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Transkriptionsregeln: Erweiterte- und einfache Transkription
- Transkriptionsregeln. Richtlinien, die bestimmen, wie Gesprochenes verschriftlicht wird, essenziell für die qualitative Forschung.
- Wörtlich vs. lautsprachlich. Geglättet und lesbar oder mit allen sprachlichen Besonderheiten.
- Dresing & Pehl. Der deutsche Standard: einfache und erweiterte Transkription.
- Zeit sparen. Automatische Software erstellt das einfache Transkriptionsformat in Minuten.
Die Transkription von Audioaufnahmen wie beispielweise Interviews sollten immer nach bestimmten Transkriptionsregeln durchgeführt werden. Besonders im Falle einer qualitativen Forschung. Diese dienen nicht nur der Vereinfachung, sondern auch der Einheitlichkeit Ihrer Audiotranskripte. Inzwischen gibt es auch Transkriptionsprogramme, die Sie unterstützen, Audio schnell und akkurat zu transkribieren und Ihnen dabei helfen, Zeit zu sparen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie über Transkriptionsregeln wissen müssen, um Ihre Interviews oder ähnliche Audioinhalte effizient und einwandfrei zu transkribieren.
1. Was ist Audio Transkription?
Transkription ist die Umwandlung einer Audio- oder Videoaufnahme in eine schriftliche Form. Meistens geht es dabei um Gespräche, Interviews oder schriftliche Dokumente. Erinnerungen an Gespräche sind oft ungenau. Der Zweck einer Transkription ist es, die Vergänglichkeit mündlicher Aussagen zu beseitigen und mit einem Transkript schriftlich festzuhalten. So kann es für spätere Analysen verwendet werden. Das Gesagte soll genau und umfassend zusammengefasst werden, um dem Leser ein klares Verständnis des Gesprächs zu geben. Ein Übermaß an Details und Informationen macht eine Audiotranskription allerdings schwer lesbar, weshalb auch Vereinfachungen des Gesagten hilfreich sein können. Um das richtige Maß an Genauigkeit und Verständlichkeit zu erlangen, gibt es bestimmte Transkriptionsregeln, an die Sie sich halten können.
2. Was sind Transkriptionsregeln?
Transkriptionen werden im wissenschaftlichen Rahmen immer nach bestimmten Transkriptionsregeln angefertigt. Transkriptionsregeln sind Richtlinien, die bestimmen, wie das Gesprochene verschriftlicht werden muss. Besonders wichtig sind diese Regeln für wissenschaftliche Interviews in der qualitativen Forschung. Transkriptionsregeln vereinfachen die Transkription und gewährleisten die Einheitlichkeit Ihrer Transkripte. Bei der Transkription kann zwischen wörtlicher und lautsprachlicher Transkription unterschieden werden. Diese Arten der Transkription können wiederum einem bestimmten Transkriptionssystem zugeordnet werden. Wörtliche Transkriptionen fallen unter die Kategorie der einfachen Transkriptionssysteme, und lautsprachliche Transkriptionen zählen zu den komplexeren Transkriptionssystemen.
Im Deutschen wird sich meist an die Transkriptionsregeln von Dresing und Pehl gehalten. Andere Transkriptionsregeln die gerne genutzt werden sind:
- GAT
- Transkriptionsregeln nach Jefferson
- Transkriptionsregeln nach Dittmar
- HIAT
3. Der Unterscheid zwischen wörtlicher und lautsprachlicher Transkription
3.1 Wörtliche Transkription
Die wörtliche Transkription wird dem einfachen Transkriptionssystem zugeordnet. Bei wörtlicher Transkription werden Audioinhalte so vereinfacht wie möglich transkribiert. Beispielsweise werden Füllwörter wie „Äh“ und “Ehm”, Stotterer oder Wortwiederholungen “geglättet” und aus dem Audiotranskript entfernt. Außerdem werden Dialekte und Akzente ins Hochdeutsch übersetzt und so einheitlich gut lesbar dargestellt. Regeln aus dem einfachen Transkriptionssystem konzentrieren sich also eher auf den Inhalt des tatsächlich Gesagten.
| Wörtliche Transkription |
|---|
| Wortverschleifungen werden an das Schriftdeutsch angepasst. „So ‘n Auto“ wird zu „so ein Auto“ und „samma“ wird zu „sag mal“. |
| Dialekte werden möglichst wortgenau ins Hochdeutsche übersetzt. |
| Stottern wird ausgelassen, abgebrochene Wörter werden ignoriert. Wortdoppelungen werden nur verschriftlicht, wenn sie als Stilmittel genutzt werden, um etwas zu betonen: „Es war sehr, sehr dringend.“ |
| Halbe Sätze werden mit einem Abbruchzeichen „/“ gekennzeichnet. |
| Hinweisende Hörsignale wie „hm, ja, aha, genau“, werden nur transkribiert, wenn sie als direkte Antwort auf eine Frage genannt werden. |
| Pausen ab ca. 3 Sekunden werden durch ( …) markiert. |
| Jeder Sprecherbeitrag erhält eigene Absätze. |
| Emotionale, nonverbale Äußerungen, wie Lachen oder Seufzen, werden beim Einsatz in Klammern notiert. |
| Unverständliche Wörter werden mit „(unv.)“ gekennzeichnet. |
| Die interviewende Person wird durch ein „I:“, die befragte Person durch ein „B:“ gekennzeichnet. Bei mehreren Interviewpartnern wird dem Kürzel „B“ eine entsprechende Kennnummer oder ein Name zugeordnet („B1:“, „Anna:“). |
*angelehnt an Darstellung aus Praxisbuch: Interview, Transkription & Analyse (8.Auflage) von Dresing & Pehl (2018, pp. 21-22)
3.2 Lautsprachliche Transkription
Die lautsprachliche Transkription ist unterm Strich die komplexere und zeitintensivere Variante und gehört demnach auch dem komplexen Transkriptionssystem an. Anders als bei der wörtlichen Transkription, werden bei der lautsprachlichen Transkription die sprachlichen Besonderheiten mit verschriftlicht. Gesprächspausen werden notiert, Stotterter und Wiederholungen aufgezeichnet und Akzente berücksichtigt. Sie eignet sich also eher für Forschungen, die latente Strukturen hinter dem Gesagten erfassen wollen.
| Lautsprachliche Transkription |
|---|
| Wort- und Satzabbrüche werden mit „/“ markiert: „Ich habe mir aber Ge/ Sorgen gemacht.“ |
| Wortdoppelungen werden immer notiert. |
| Pausen werden je nach Länge durch Auslassungspunkte in Klammern markiert. „(.)“ steht für circa eine Sekunde, „(..)“ für circa zwei Sekunden, „(…)“ für circa drei Sekunden und „(Zahl)“ für mehr als drei Sekunden. |
| Alle hinweisende Hörsignale („hm, ja, aha, ähm“ etc.) werden transkribiert. |
| Nach der Partikel „hm“ wird eine Beschreibung der Betonung in Klammern festgehalten. Zu nutzen sind: bejahend, verneinend, nachdenkend, fragend, wohlfühlend, z.B. „hm (bejahend)“ |
| Sprecherüberlappungen werden immer mit „//“ gekennzeichnet. |
| Mehrere Fülllaute hintereinander werden ohne Satzzeichen dazwischen getippt (z.B. „ähm ähm ähm also da sind wir …“). |
*angelehnt an Darstellung aus Praxisbuch: Interview, Transkription & Analyse (8. Auflage) von Dresing & Pehl (2018, p. 23)
3.3 Wann wird welche Art der Transkription bevorzugt?
Für welche Art der Transkription Sie sich entscheiden, hängt ganz von dem späteren Nutzen des Transkripts ab. Hier sind einige wichtige Fragen, die Sie sich im Voraus stellen und beantworten sollten: Wofür schreiben Sie das Transkript, für welche Art von Analyse benötigen Sie es später? Was genau wollen Sie herausfinden? Ist es wichtig, besondere Akzente zu erkennen, oder soll ein Dialekt auch berücksichtigt werden? Während in der Verhaltensforschung lautsprachliche Transkriptionen bevorzugt werden, bedienen sich normale Protokollierungen eher an wörtlichen Transkriptionen. Die folgende Tabelle zeigt auf, in welchen Bereichen welche Art der Audiotranskription odr Videotranskription gewöhnlicherweise Anwendung findet.

4. Transkription nach Dresing & Pehl
Dresing & Pehl haben Regeln für zwei Arten der Transkription entwickelt – Die einfache Transkription und die erweiterte Transkription. Im Folgenden werden die zwei Arten der Transkription näher erläutert.
4.1 Einfache Transkription nach Dresing & Pehl
Bei der einfachen Transkription nach Dresing & Pehl wird wörtlich transkribiert und nicht lautsprachlich. Diese Art der Transkription wird auch als ‘Inhaltlich-semantische Transkription’ oder ‘geglättete Transkription’ bezeichnet. Alle zuvor genannten Aspekte zur wörtlichen Transkription finden hier Anklang. Resultat: Grammatikalisch korrektes Transkript, mit gutem Lesefluss. Dialekte werden möglichst genau an die Schriftsprache angenähert. Das soll sicherstellen, dass die Kernaussagen, die in einem Gespräch vorkommen, hervorgehoben und leserlich gemacht werden.
4.2 Erweiterte Transkription nach Dresing & Pehl
Bei der erweiterten Transkription nach Dresing & Pehl wird lautsprachlich, zusammenfassend transkribiert. Diese Art der Transkription wird auch als ‘Erweiterte inhaltlich-semantische Transkription’ bezeichnet. Jedes gesprochene Wort wird aufgeschrieben und eine solche Abschrift scheint auf den ersten Blick etwas merkwürdig auszusehen. Alle Äußerungen der Sprecher:innen werden festgehalten. Dazu zählen: Wortverkürzungen, Wortwiederholungen, Stottern etc. Ein solches Transkript gewährt einen detaillierten, nicht nur semantischen Einblick in Inhalte. Ziel ist es, eine möglichst exakte Darstellung des Gesprochenen inklusive des dazugehörigen Kontextes zu bekommen.
4.3 Beispiele der einfachen und erweiterten Transkription nach Dresing & Pehl
Um diese zwei Arten zu veranschaulichen, folgt ein Beispiele zu je erweiterter und einfacher Transkriptionsform:

5. Automatische Transkription mit Amberscript
Wie Sie sehen, ist das selbstständige transkribieren nicht nur wegen des enormen Zeitaufwandes mühsam. Die Transkriptionsregeln gleichmäßig anzuwenden kann verwirrend sein und viel Aufwand benötigen. Automatische Transkriptionssoftware wie Amberscript können hier Abhilfe schaffen und Sie bei der Transkription Ihrer Interviews unterstützen.
Die von Amberscript bereitgestellte automatische Transkriptionssoftware kann ein einfaches Transkriptionsformat generieren. Die Software hört die hochgeladene Audio Datei ab, erkennt die gesprochenen Wörter und wandelt diese schnell und zuverlässig in ein Textformat um. Dies wird durch den Einsatz moderner Spracherkennungstechnologie ermöglicht. Den generierten Entwurf des Transkriptes können Sie in einem Online-Text-Editor begutachten. Wenn das Ergebnis noch nicht zu 100% Ihren Vorstellungen entspricht, können Sie die gewünschten Änderungen in diesem Editor ganz einfach vornehmen.
Sollten Sie keine Zeit oder Lust haben, diese Änderungen selbst vorzunehmen, können Sie diese Aufgabe an eine:n unserer erfahrenen Sprachexpert:innen abgeben. Bei unseren professionellen Dienstleistungen können Sie zwischen den beiden Transkriptionsarten wählen. Im “Einfachen Transkriptionsformat“ glätten unsere Sprachexpert:innen alles was zur Lesefreundlichkeit beiträgt, inklusive der Übertragung von Schweizerdeutsch und andere alemannische Dialekte in Schriftdeutsch.
Audiotranskription in wenigen Minuten

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Was ist der Unterschied zwischen einfacher und erweiterter Transkription?
Was ist eine Transkription?
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