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3 Jul 2019   Zuletzt aktualisiert 10 August 2021

2 Transkriptionsarten nach wissenschaftlichen Standards

Sie haben eine Audiodatei zu transkribieren? Da schaffen wir gerne Abhilfe – mit unser Spracherkennung automatisch generierte Transkription oder mit den Abschriften abgetippt durch unsere Sprachexpert:innen. Dementsprechend lassen sich unsere Produkte in zwei Arten kategorisieren: die “Erweiterte Transkription“ und die “Einfache Transkription“. Im Folgenden wird das erweiterte Format näher erläutert. Dieser Leitfaden soll Ihnen helfen, sich zwischen den wiederum drei Unterkategorien des erweiterten Transkriptionsformats zu entscheiden.

Darunter kann man sich folgendes vorstellen: Jedes gesprochene Wort wird aufgeschrieben – durchaus vergleichbar mit einem Diktat. Eine solche Abschrift scheint auf den ersten Blick sehr merkwürdig auszusehen. Da unterscheidet sich die Schriftsprache von der Lautsprache – es wird buchstäblich (oder wortwörtlich) transkribiert, ALLE Äußerungen der Sprecher:innen werden festgehalten. Dazu zählen: Wortverkürzungen, Wortwiederholungen, Stottern etc. Grundsätzlich wird bei Amberscript zwischen einfachen und erweiterten Transkriptionsregeln unterschieden. Diese Regeln stammen von zwei Autoren, Dresing & Pehl (2018)1, die auf Basis der wissenschaftlichen Kriterien von Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen entwickelt wurden.
Unser Transkriptionsleitfaden, der für die Orientierung unserer Transkriptor:innen bestimmt ist, bildet ein sehr gutes Abbild der verschiedenen Anforderungen im wissenschaftlichen Rahmen von einfachen oder erweiterten Transkriptionen.

Kommen wir zur Sache: Was ist eine Transkription nach den erweiterten Regeln von Dresing & Pehl?

Eine Transkription nach erweiterten Regeln hält jedes gesprochene Wort in Textform fest. Dementsprechend lassen sich darin neben den gesprochenen Beiträgen auch Angaben zu paraverbalen Ereignissen (Wort-(Satzabbrüche, Grammatikfehler, Specherüberlappungen, Stottern etc.) finden. Ein solches Transkript gewährt einen detaillierten, nicht nur semantischen Einblick in Inhalte. Es ist dann nötig, wenn die folgenden Analysen nicht nur den semantischen Inhalt eines Gespräches zum Thema haben. Es wird die Lautschrift hinzugefügt (u.a. bei der Dialektforschung) oder nichtsprachliche Phänomene komplexer dargestellt. Ziel ist es eine möglichst exakte Darstellung des Gesprochenen inklusive dem dazugehörigen Kontextes.

Was ist nun der genaue Unterschied zwischen der erweiterten Transkripition und der einfacher Transkription?

Wir bieten zwei unterschiedliche Transkriptionsarten an, die jeweils für verschiedene Zwecke geeignet sind. Vorerst sei angemerkt, dass sich beide erwähnten Transkriptionsformate an den gleichen Transkriptionsregeln orientieren. Diese sind angelehnt an Dresing & Pehl (2018)1. Die Regeln dienen zur Standardisierung und helfen uns, eine Genauigkeit von 100% zu erzielen.

Erweiterte Transkription

Grundsätzlich gilt hier dass unsere Transkriptor:innen in diesem Format Wort für Wort – so wie etwas gesagt wurde – abtippen. Resultat: Genaues Transkript, der Tonaufnahme sehr nahe, mit nonverbalen Aspekten.

Einfache Transkription

Wohingegen hier unsere Transkriptor:innen das Transkript unter die Lupe nehmen und so den Text “glätten“. Resultat: Grammatikalisch korrektes Transkript, mit gutem Lesefluss. Es wird wörtlich transkribiert, also nicht lautsprachlich oder zusammenfassend. Dialekte werden möglichst genau an die Schriftsprache angenähert. Das soll sicherstellen dass die Kernaussagen die in einem Gespräch vorkommen, hervorgehoben und leserlich gemacht werden.
(Fun Fact: Es sind Dialoge in Büchern meist einfache (“geglättete“) Abschriften von Transkriptor:innen.)

Um diese zwei Arten zu veranschaulichen, folgen zwei Beispiele zu je erweiterter und einfacher Transkriptionsform:

Beispiel 1

Einfache Transkription:
Interviewer: Hey, ich habe eine Frage an dich.
Befragte: Okay.
Interviewer: Jemand hat mir erzählt, dass bei Amberscript in Anlehnung nach Dresing und Pehl transkribiert wird. Ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt. Stimmt das?
Befragte: Ja.

Erweiterte Transkription:
Interviewer: Hey, ich will di- /. Ich habe eine Frage an dich.
Befragte: Okay.
Interviewer: Äh, also jemand hat mir erzählt, dass sich / dass Transkriptor:innen nach Dresing und Pehl transkribieren…nach den Transkriptionsregeln von Dresing und Pehl.
Befragte: Mhm (bejahend).
Interviewer: Ich weiß aber nicht / also ich bin mir nicht sicher, ob das st- stimmt.
Befragte: Hmm.
Interviewer: Stimmt das?
Befragte: Mhm (bejahend).

Beispiel 2

Einfache Transkription:

Interviewer: Hey, weißt du Genaueres zu dem Transkriptionssystem von Dresing und Pehl aufbauend auf Kuckartz et al.?

Erweiterte Transkription:

Interviewer: Hey, Amber, ich will di- /. Ich frage mich, ob du- / weißt du ob die Transkriptionsregeln von Dresing und Pehl an Kuckartz angelehnt angelehnt sind?

Finden Sie heraus, ob das erweiterte Transkriptionsformat mit Ihren Bedürfnissen übereinstimmen:

Bei einer erweiterten (oder „verbatim“) Transkription wird alles aus der Tonaufnahme festgehalten. Resultat: Genaues Transkript, der Tonaufnahme sehr nahe, mit nonverbalen Aspekten. Es sind Stotterer, Satzabbrüche, sowie „ähh“ und „uhm“ enthalten.

Häufige Anwendungsfälle der erweiterten Transkription in:

Marktforschung. Wichtig dabei zu wissen ist, wie die befragten Personen Fragen beantworten. Es gilt so viele verbale und nonverbale Hinweise wie möglich zu erfassen

Rechtswesen. Hier ist der Kontext, in dem sich der:die Befragte äußert, wesentlich. Der Gerichtshof kann dies mit erweiterten Transkriptionen bestens umsetzen.

Wissenschaftliche Forschungsarbeit. Zum Beispiel werden Fokusgruppen-Interviews durchgeführt, bei denen die Reaktionen der Beteiligten relevant sind.

Die automatische Transkription, die von Amberscript bereitgestellt wird, generiert ein “Erweitertes Transkriptionsformat“. Die Software „hört“ den Ton ab, erkennt die gesprochenen Wörter und wandelt diese in Textformat um. Dies ist durch den Einsatz hochentwickelter Spracherkennungstechnologie möglich. Tipp: Sie laden Ihre Audiodatei zunächst in unsere App hoch, lassen diese durch die KI laufen um dann das Ergebnis in der Editoransicht zu begutachten. Wenn das Ergebnis nicht Ihren Vorstellungen entspricht, können Sie im Online-Editor (oben rechts) unkompliziert eine überarbeitete wortgetreue Abschrift bzw. Einfache Transkription bei unseren Transkriptor:innen bestellen.

Bei unseren manuellen Dienstleistungen können Sie zwischen den beiden Transkriptionsarten wählen. Im “Einfachen Transkriptionsformat“ glätten unsere Schreibkräfte alles was zur Leserfreundlichkeit beiträgt, inklusive die Übertragung von Schweizerdeutsch und andere alemannische Dialekte in Schriftdeutsch.

Mehr über die Dienstleistungen von Amberscript erfahren Sie in unserer Produktübersicht. Finden Sie heraus, welche Option für Sie und Ihr Projekt am besten geeignet ist.

1Dresing, Thorsten / Pehl, Thorsten (2018): Praxisbuch Transkription & Analyse. Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende, 8. Auflage, Marburg.

Unsere Software ermöglicht das Erstellen von Text und Untertiteln aus Video oder Audio.

* Hochladen einer Audio- oder Videodatei
* Automatische oder manuelle Sprachausgabe in Text
* Bearbeiten und Exportieren von Text oder Untertiteln

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